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Santa Delfina: Aufbruch

Brasilien im 19. Jahrhundert.
João Fernandes de Nogueira, ein Offizierssohn aus einer angesehenen portugiesischen Familie, trifft eine Entscheidung, die die starren kolonialen Strukturen seiner Zeit herausfordert. Gegen alle gesellschaftlichen Konventionen heiratet er Bibiana - eine Frau mit indigener Abstammung. Ihre Liebe ist zugleich ein stiller Akt des Widerstands gegen die tief verwurzelten sozialen und kulturellen Hierarchien.
João wird von seiner Familie verstoßen. Und Vidal, sein engster Freund, sieht die Verbindung zunächst als Verrat an die Ordnung, die sie beide kennen. Trotz dieser Spannungen wagen João, Bibiana und Vidal den Versuch, im Sertão von Minas Gerais eine Kaffeeplantage aufzubauen.
Die Fazenda Santa Delfina wird zum Schauplatz harter Arbeit, innerer Kämpfe und der Überwindung von Vorurteilen. Zwischen Jacarandá‑Blüten und endlosen Feldern kämpfen die drei nicht nur mit der Erde, sondern mit den Schatten der Vergangenheit. Ihre Geschichte ist ein leises, aber kraftvolles Ringen um Zugehörigkeit, Identität, Freiheit und die Möglichkeit, die Grenzen einer unbarmherzigen Welt überwinden können. Und der Auftakt einer bewegenden Familiensaga, verwoben mit den tiefgreifenden Umbrüchen Brasiliens – vom letzten Flackern der Kolonialzeit über den Aufstieg des Kaiserreichs bis zu den ersten Hoffnungen der jungen Republik.
Zwei Bände, eine Geschichte: "Santa Delfina: Aufbruch" und "Santa Delfina: Die Nachkommen" erzählen das Leben auf der Fazenda Santa Delfina – leise, intensiv, generationenübergreifend. Ein literarisches Slice‑of‑Life im Brasilien des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
Mit Band III – Petropolis: Die Saga geht weiter – öffnet sich die Brasilien‑Trilogie: Ein Nachkomme verlässt gegen Ende des 19. Jahrhunderts die vertraute Welt der Fazendas und begegnet den Umbrüchen einer neuen Zeit.

Ein literarisches Logbuch von Noa Moreira
Vorwort
Manchmal beginnt eine Geschichte nicht mit dem ersten Satz, sondern Jahrzehnte davor – in einem Moment, in dem sie sich in unser Leben setzt und geduldig wartet. Dieses Tagebuch ist der Weg von der ersten Ahnung bis zum letzten Punkt hinter Santa Delfina. Kein geradliniger Weg, sondern ein mäandernder Fluss aus Recherche, Zufällen, Abschieden, Dringlichkeit – und diesem sonderbaren, schönen Zustand, wenn Geschichte und Gegenwart ineinander übergehen.
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