Extras / Kulinarisches Logbuch

  • Cajuzinhos - Kleine Erdnuss-Cashews
Foto, 1920er Jahre. In warmem Sepia blickt eine junge Frau mit ruhiger Entschlossenheit in die Kamera.

Cajuzinhos

Ihr Name bedeutet „kleine Cashews“, doch ihr Geheimnis liegt im Aroma gerösteter Erdnüsse. Das Geheimnis der Cajuzinhos ist der Kontrast zwischen dem herben Kakao und der vollmundigen Erdnuss.

Wenige Meter entfernt, im Schatten des großen Mangobaums, war Dona Odete das unbestrittene Zentrum der weiblichen Betriebsamkeit. Um sie scharten sich die Frauen, ordneten sorgfältig Cajuzinhos und Beijos de Coco – kleine Häppchen aus Erdnüssen und Kokosraspeln. 

(Aus "Petrópolis: Die Saga geht weiter")

Cajuzinhos – Kokosküsse

Ursprünglich aus dem Nordosten Brasiliens stammend, wo die Cashew-Frucht (Caju) wächst, haben sie im Hinterland von Minas Gerais eine ganz eigene Tradition entwickelt: Da Cashews dort seltener waren, „fälschten“ die Köchinnen sie mit gerösteten Erdnüssen, gaben ihnen aber die charakteristische Form einer kleinen Cashew-Frucht.

Zutaten (für ca. 30–40 kleine Früchte):


Die Basis:

500 g geröstete, ungesalzene Erdnüsse (fein gemahlen).


Süße:

400 g Selbstgerührter Doce de Leite – für eine karamellige Note (oder 1 Dose (400 g) gezuckerte Kondensmilch).


Vegane Alternative: Verwende die vegane Doce de Leite aus Kokosmilch. Da diese bereits Kokosgeschmack mitbringt, wird das Aroma noch intensiver. Schmalz und Butter entfällt. Du kannst dann auch das Eigelb weglassen; denn die Kokosmilch-Reduktion bindet beim Abkühlen von allein ausreichend.


Tiefe: 

2 EL ungesüßtes Kakaopulver (für die dunkle Farbe und Herbe).


Die Bindung:

1 EL gute Butter (für die Geschmeidigkeit).


Die Dekoration:

Etwas Kristallzucker zum Wälzen.


Der Kern: 

Eine kleine Handvoll (ca. 25–30 g) ganzer, ungerösteter, bzw. ganz heller, geschälter Erdnusskerne, die du dann halbierst (als „Stiel“ der Cashew-Frucht).

Das gibt einen schönen optischen Kontrast zum dunklen Kakao-Körper des Cajuzinhos und lässt den ‚Cashew-Kern‘ richtig leuchten.

Zubereitung


Das Rösten:
Falls du Rohware nutzt, röste die Erdnüsse vorsichtig an, bis sie duften. Mahle sie anschließend fein, aber lass ein paar winzige Stückchen für den „Biss“.


Das Kochen:
Erdnüsse, Doce de Leite, Kakao und Butter in einem Topf vermengen. Bei mittlerer Hitze rühren, bis die Masse glänzt und sich als Kloß vom Topfboden löst (ca. 10–12 Minuten).


Die Ruhe:
Die Masse auf einem Teller vollständig auskühlen lassen. Sie wird dabei fester und lässt sich wunderbar modellieren.


Das Formen:
Nimm eine kleine Portion (etwa walnussgroß) und rolle sie erst zu einer Kugel, dann zu einem kleinen Kegel (ähnlich einer Cashew-Frucht).


Die Vollendung:
Wälze das Cajuzinho in Kristallzucker und drücke eine Erdnusshälfte in das dickere Ende.

Für Genießer*innen von heute:

vegan und glutenfrei

Vegan


Der Milchersatz: 

Verwende die selbstgerührte vegane Doce de Leite (aus Kokosmilch und hellem Zucker). Erdnuss und Kokos vertragen sich hervorragend – es ergibt eine fast karamellige Erdnussbutter-Note.


Der Fettersatz: 

Nimm Erdnussmus oder Kokosöl statt Butter, um das Aroma noch weiter zu vertiefen.


Die Bindung: 

Das Eigelb lassen wir einfach weg. Die Kombination aus dem Fett des Kokosöls und dem Zucker der reduzierten Kokosmilch sorgt beim Abkühlen im Kühlschrank für genügend Stabilität.


Der Handgriff:
Achte darauf, die vegane Masse besonders gut auskühlen zu lassen. Kokosöl wird erst in der Kälte fest. Wenn du die Kugeln dann mit kühlen Händen formst, werden sie so makellos und glatt wie Perlen aus dem Ozean.

Glutenfrei...


Von Natur aus glutenfrei, da sie ganz ohne Mehl auskommen.