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- Freilandhuhn mit Okra
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Am Herd rührte Ricardina im Eisenkessel. „Reis mit Bohnen ist gleich fertig“, sagte sie, während nebenan das Frango caipira in der Pfanne bräunte.
(Aus "Petrópolis: Die Saga geht weiter")
Die größte Sorge vieler Köchinnen ist die Baba – der klebrige Pflanzensaft der Okra. In Minas Gerais hat jede Familie ihr eigenes Geheimnis, um sie zu bändigen: Entweder man brät sie scharf in reichlich Fett an oder man nutzt die Säure von Zitronen, um die Okra „trocken“ zu halten.
Zutaten (4 bis 6 Personen)
Das Huhn:
1 ganzes Freilandhuhn (ca. 1,5–2 kg), in Teile zerlegt.
Saft von 1 Zitrone.
4 Zehen Knoblauch (zerdrückt).
Salz, Pfeffer und 1 TL Kurkuma für die goldene Farbe.
Vegetarische Alternative: Ersetze das Huhn z.B. durch große Stücke Blumenkohl oder festen Räuchertofu. Brate diese scharf an, damit sie das Aroma der Gewürze aufnehmen. Die Okra bleibt der Star des Gerichts.
Die Okra:
500 g frische Okra (Quiabo).
Reichlich Öl zum Anbraten.
Die Basis:
1 große Zwiebel (gewürfelt).
2 EL Tomatenmark.
700 ml Hühnerbrühe (oder Wasser).
Frühlingszwiebeln und viel Petersilie.
Zubereitung
Das Marinieren:
Reibe die Hühnerteile mit Zitrone, Knoblauch, Salz, Pfeffer und Kurkuma ein. Lass sie mindestens 1 Stunde (besser über Nacht) im Kühlen ziehen.
Das Okra-Geheimnis:
Wasche die Okraschoten, trockne sie gründlich ab (!) und schneide die Enden ab. Erhitze reichlich Öl in einer Pfanne und brate die ganzen oder halbierten Schoten darin scharf an, bis sie keine Fäden mehr ziehen. Nimm sie heraus und lass sie auf Küchenpapier abtropfen.
Das Schmoren:
Brate das Huhn im großen Topf in etwas Öl goldbraun an. Gib Zwiebeln und Tomatenmark dazu. Gieße die Brühe auf und lass alles bei kleiner Hitze ca. 40–60 Minuten schmoren (Freilandhühner brauchen länger!).
Die Vollendung:
Wenn das Fleisch weich ist, gib die vorbereitete Okra obenauf. Lass alles noch ca. 10 Minuten ziehen, bis die Okra gar ist, aber nicht zerfällt. Mit frischen Kräutern bestreuen.
Reiche dazu lockeren Reis, goldene
Farofa und den
Feijão (Bohnen). Nutze hierfür das Rezept des
Caldo de Feijão, aber verzichte auf den Mixer: Zerdrücke einen Teil der weichen Bohnen nur grob mit der Gabel und rühre sie zurück in den Topf. So entsteht eine sämige, stückige Sauce, die sich perfekt mit dem Reis verbindet.